Wertstoffe aus Sonderabfällen isolieren
Die Sonderabfallverbrennungsanlage von REMONDIS SAVA in Brunsbüttel leistet einen wichtigen Beitrag zur sicheren thermischen Behandlung gefährlicher Abfälle. Diese Abfälle enthalten mitunter wertvolle Komponenten, die bislang jedoch nur in geringem Maße zurückgewonnen werden – zum Beispiel Stahlschrott. Ebenfalls enthalten ist Iod in geringen Konzentrationen, das bisher im Filterstaub gebunden und dann kostenintensiv in Untertagedeponien endgelagert wird. Damit gehen die Iodmengen für den Wirtschaftskreislauf verloren.
Iod – selten, doch breit in der Anwendung
Dabei ist Iod ein wichtiges Spurenelement, das eine breite Anwendung findet – ob zur Beimischung im Speisesalz, in der Medikamentenherstellung oder in der chemischen Industrie. In der Natur kommt Iod zwar verhältnismäßig weit verbreitet in Böden, Gesteinen oder Gewässern vor, doch auch hier handelt es sich nur um geringe Spuren. Entsprechend groß ist die Nachfrage. Für die Kreislaufwirtschaft ist es also umso wichtiger, Lösungen zu finden, wie sich die Iodmengen aus den Abfällen isolieren und so aufbereiten lassen, dass das wertvolle Element im Kreislauf geführt werden kann.
In Kooperation mit der REC53 GmbH in Marbach a. Neckar hat REMONDIS SAVA schließlich ein Verfahren zur Rückgewinnung von Iod aus Sonderabfällen entwickelt. Eine innovative Methode, welche nun in der Rückgewinnungsanlage im industriellen Maßstab betrieben wird. Gefördert wurde der Anlagenbau von der schleswig-holsteinischen Wirtschaftsförderung WTSH.
So funktioniert das Verfahren
In einer nachgeschalteten Stufe wird das Iod aus dem Rauchgas abgeschieden und aufkonzentriert. Die Iod-Konzentrate werden als wässrige Lösung gelagert und schließlich als Rohstoff mit einem Tankwagen in die Industrie geliefert. Je nach Iodgehalt im Abfall soll die neue Anlage 50 Tonnen und mehr Iod pro Jahr gewinnen können. Darüber hinaus wird Iod in der Anlage emissionsfrei, energiearm und abwasserfrei abgeschieden und spart so auch CO2 ein.
Eröffnung der neuen Anlage
Im Beisein zahlreicher Gäste aus der Branche sowie langjähriger Partner wurde die neue Anlage nun feierlich für den Betrieb im industriellen Maßstab eröffnet. Auch Norbert Rethmann, Ehrenaufsichtsratsvorsitzender der RETHMANN-Gruppe, war unter den Gästen. Die Anwesenden konnten sich bei einer Anlagenbesichtigung selbst einen Eindruck verschaffen, wie hier in Brunsbüttel künftig das wertvolle Element aus den Sonderabfällen gewonnen wird und so ein weiterer Rohstoffkreislauf geschlossen werden kann.
Mit dem Projekt leistet REMONDIS SAVA gemeinsam mit dem Kooperationspartner REC53 einen wertvollen Beitrag zur Rückgewinnung von Rohstoffen ganz im Sinne einer zukunftsorientierten Kreislaufwirtschaft.
Stärkung des Wirtschaftsstandorts Brunsbüttel
„Als Betreiber einer Anlage zur thermischen Behandlung von Sonderabfällen leisten wir einen immensen Beitrag für Sicherheit und Nachhaltigkeit“, sagt Dr. Martin Kemmler, Geschäftsführer von REMONDIS SAVA. „Dabei wollen wir unsere Technik stets weiterentwickeln und an die Herausforderungen der Zukunft anpassen. Wir sind sehr stolz darauf, mit der Entwicklung des Iod-Rückgewinnungsverfahrens die Kreislaufwirtschaft hier am Standort Brunsbüttel voranzutreiben.“
Martin Schmedtje, Bürgermeister von Brunsbüttel, sagt: „Zwischen der Stadt Brunsbüttel und REMONDIS SAVA besteht eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Daher freut es mich umso mehr, dass mit der neuen Rückgewinnungsanlage der Wirtschaftsstandort Brunsbüttel um eine weitere Innovation gestärkt wird. Allen Beteiligten viel Erfolg bei der Inbetriebnahme der Anlage und der Weiterentwicklung in der Zukunft!“
Weitere Informationen zur neuen Anlage finden Sie auch im folgenden Podcast: https://www.sonderabfall-wissen.de/episode-3-sonderabfallverbrennung-als-rohstofflieferant/
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